Musik begleitet mich mein ganzes Leben. Ich komponierte schon mit 3 Jahren mein erstes
Stück und spielte später, noch vor meiner Schulzeit, regelmäßig auf meiner Heimorgel,
bevor ich nach meiner Einschulung einen Kurs für musikalische Frühförderung besuchte.
Noten lernen, Notenabstände, Zeitintervalle, der Klang verschiedene Instrumente - alles
was als sich musikalisches Grundrüstzeug vermittelt gehört, um nach der Zeit des Kurses
eine Wahl für sein zu lernendes Instrument zu treffen.
Aus Kosten- und Platzgründen fiel Klavier aus und so fiel die Wahl auf die Gitarre.
Diese lernte ich nun jahrelang bei einer Lehrerin aus der Jugendmusikschule -
allerdings war ich, besonders in der Frühphase meines Teenagerdaseins, kein besonders
fleißiger Schüler.
Singen war schon zu Zeiten als Kind mit meiner Heimorgel ein großes Steckenpferd; dies
setzte ich in der Schule und mit meiner Gitarre fort. Man sagte mir schon damals eine
gute Stimme nach.
Dann ergab sich die Möglichkeit, durch einen engagierten Musiklehrer in der Schule, bei
der Schulband mitzumachen. Hier haben wir zusammen aktuelle Chartslieder gespielt. Es
gab am Ende sogar Studioaufnahmen, die man als Kassette kaufen konnte.
Ich lernte hier nicht nur neue Lieder und neue Facetten der modernen Pop-Musik, es
zeigte mir auch, es gibt eine andere Welt der Gitarrenmusik.
Danach besorgte ich mir meine erste E-Gitarre und es sollten noch etwas Zeit vergehen,
bis zu meiner ersten Band - eine Metalband, bei welcher nur ich bei der Gründung über
Instrumente verfügte, alleine probte und 3 Songs für die Band geschrieben hatte, bevor
sie wieder aufgelöst wurde, weil die anderen Mitglieder, entgegen ihren wiederholten
vollmundigen Ankündigungen, sich keine Instrumente kauften ...😞
Deutlich ernster ging es später zu, als ich zu Studentenzeiten zu einer Band hinzustieß, vermittelt über die Frau eines Freundes, stieg ich als Sänger und Frontmann ein.
Man erzählte mir Horrorgeschichten über den alten Sänger, spielte mir die gemachten
Studioaufnahmen vor, welche viel Geld gekostet haben sollen und das Ergebnis war, sagen wir
mal, unter Schnitt und nicht wirklich vermarktbar (auch stilistisch).
Die Band wollte all das hinter sich lassen und völlig neu anfangen - personell, musikalisch
und von der arbeitsweise her. Seit der Trennung vom alten Sänger hatte die Band 4 Songs
geschrieben und arbeitete gerade an einem 5. Es war auch schon ein Auftritt angesetzt - in
weniger als 3 Monaten. Ich verpaßte den 4 Songs Melodie und Text und in der Folge schrieben
wir die allermeisten Songs, bis auf 2 Ausnahmen, arbeitsteilig zusammen.
Wir absolvierten den bereits angesetzten Gig und arbeiteten in den folgenden Monaten weiter
an einem Programm für Auftritte und Konzerte - letztlich sollte alles bei einem eigenen
Album auf CD enden.
Wir waren viel im Proberaum und bestritten zwischendurch ein paar Auftritte - von "Der
Nikolaus rockt" bis "Open Air Summer" war alles dabei.
Fortschrittlich wie wir waren, konnten wir für ein paar der Konzerte eine VHS-Kamera
oganisieren, um das jeweilige Konzert aufzunehmen. So etwas hatte nicht jeder - man
brauchte kein Stativ mehr, man konnte die Kamera einfach auf die Schulter legen und dadurch
tragbar mit der Kamera rangieren und man hatte eine Aufnahme in einem gängigen Videoformat.
Das die Tonqualität des Kameramikrophones unterirdisch war, hatten wir jedoch nicht bedacht.
Der Ton der Aufnahme war so übersteuert, daß außer reißendem Gekrizzel nur ab und zu mal
ein Fetzen Musik zu hören war. Ergänzend kam dazu, das z.B. die Freundin eines Bandmitglieds,
die die Aufnahmen machen sollte, nach 20 min keinen Bock mehr hatte und ihr die Kamera zu
schwer war. Das tat dann sein übriges, daß wir diese Aufnahme abhaken konnten.
So hangelten wir uns von Konzert zu Konzert - bei anderen Versuchen ging der Akku mittendrin
aus, war das Bild völlig verwackelt, zu viele Leute versperrten die Sicht oder wir bekamen
die Kamera nicht ausgeliehen und so weiter - und den Ton haben wir dort auch seltenst auf
ein brauchbares, gar hörbares Niveau bekommen. So gab es am Schluß 2-3 halbwegs zeigbare
Aufnahmen, die, falls diese noch existieren, noch bei anderen Bandmitgliedern lagen/liegen.
Kurz, diese Aufnahmen sind für hier nicht zu gebrauchen bzw. nicht erreichbar.
Ergänzend muß ich erwähnen, wir hatten leider nie das Equipment um brauchbare Aufnahmen im
Proberaum zu machen und auch nie ausreichend Geld, um uns ein Studio mieten zu können, um
dort ein Album mit unseren eigenen Liedern zu machen - wir waren froh die Proberaummiete
aufbringen zu können.
Der Proberaum war Dreh- und Angelpunkt für die ganze Bandgeschichte - nicht nur Proben und
Komponieren, auch viel freundschaftlicher Austausch, Feiern, Frauen und Dramen.
Nach unserem größten und, meiner Meinung nach, besten Konzert, welches wir als Headliner
gaben, war es dann soweit, die Gitarristen verließen, nach einem Streit mit der Rhythmussektion,
die Band.
Streit gab es öfters, besonders bei den Songs - jeder von uns hatte einen ganz
unterschiedlichen Muiskgeschmack und somit unterschiedliche Vorstellungen über seinen Part
und darüber wie der Song klingen sollte. Ein Gitarrist stand auf Brachialmetal, der andere
auf Alternative, der Bassist stand auf Prog und der Schlagzeuger machte Techno zu Hause.
Ich habe diese Unterschiedlichkeit und die (musikalischen) Spannungen immer als unsere Stärke
empfunden - schließlich schlug sich alles als Ergebnis in unseren Songs nieder und machten
unseren Stil aus, den man, vielleicht auch deshalb, als einzigartig bezeichnen konnte.
Eine Neuformierung scheiterte. Am Ende zerbrach die Band und ihr Nachfolger in einzelne
Mitglieder und ich war erstmal wieder musikalisch alleine. Die Bandclique blieb hiernach
aber noch eine Weile in freundschaftlichem Kontakt. Ich konzentrierte mich auf Studium,
Arbeit und anderes und es blieb nur wenig Zeit für Musik. Mal ein kleines Liebeslied für
eine Angebetete, mehr sprang einige Zeit lang nicht raus.
Durch die alte Bande kam ich jedoch immer wieder mal mit einigen Musikprojekten in Berührung.
Ich hatte einen guten Ruf als Sänger und so gab es die Gelegenheit eine neue Band zu
formieren. Dieses Mal ein "Progressive Projekt". Ein altes Bandmitglied hatte mich
diesbezüglich kontaktiert, ein Freund von ihm wollte ein Prog-Projekt machen. Es gab einen
Proberaum und so kamen weitere frühere Kontakte und ein Gitarrist von einer langjährig
existierenden Blues Band dazu. Dieser brachte viel Qualität und Professionalität in das
Projekt. Hier sollte ich als Sänger und Gitarrist agieren. Wir probten mehrere Monate, doch
durch einige Unzuverläßigkeiten gab es mehreren Umbesetzungen und letztlich stieg der
Gitarrist aus - er wollte der Blues Band nicht "untreu" werden, da ihm unser Projekt zu gut
gefiel. Damit ließen wir das Projekt sterben.
Es ergaben sich noch weitere Gelegenheiten sich bei neuen Bands vorzustellen, doch mal
stimmte die Chemie nicht, die Arbeitsweise oder die Musikrichtung.
Ein früherer Bandkollege und Freund hatte sich im Laufe der Zeit Equipment für ein sehr
kleines Homerecordingstudio zusammenkaufen können und produzierte sein kleines Musikprojekt.
Bei seinem zweiten Album hatte er einige Stücke mit unterschiedlichen Leuten eingespielt und
bat auch mich mitzuwirken.
So gab es von mir ein paar Vocals und Inspirationen. Zu einer Coverversion auf dem Album
wollte er ein Video produzieren. Weil der Originalsprecher des Stückes "zu scheu" für die
Öffentlichkeit war, übernahm ich die Hauptrolle im Video:
Später sollte es eine Fortführung jenes Projektes geben: Ein neues Album. Mein Kumpel und
alter Bandkollege hatte schon immer den Wunsch gehabt, ein Konzeptalbum zu machen - und dies
sollte eines werden.
Eine durchgehende Geschichte, die herausfordernd auf einem ganzen Album vertont wird.
Er hatte schon einige Monate daran gearbeitet, kam aber nicht voran - ihm fehle die
Inspiration. Er hatte erst ein paar Rhythmusteile und Sprechpassagen zusammen und bat mich,
mir das mal anzuhören - er bräuchte sowieso für das Album einen Sänger. Gesagt, getan.
So kam ich als weiterer Teilhaber zu dem Projekt dazu. Ich komponierte einen großen Teil der
Melodien und Harmonien, sang die Vocals, gab neue Impulse und das Projekt ging wieder voran.
Es schien als würde meine Inspiration auch ihn wieder befruchten
Wir komponierten, texteten und produzierten also dieses Konzeptalbum und hatten auch schon
die erste Single als Release geplant. Doch dann kurz vor der Fertigstellung starb mein
Kumpel und Produzent. So ist es leider damals zu keiner wirklichen Veröffentlichung jenes
Albums gekommen, obwohl wir auf unsere Arbeit sehr stolz waren. Auch die angedachte
Singleauskopplung zum Albumstart ist dadurch nicht zustande gekommen.
Die unfertige Singleversion:
Fast schon zeitgleich folgte ein großer Bruch im Leben. Ich hatte zuvor versucht den großen
Bruch zu verhindern und hätte hier für eine lange Zeit untätig, ohne viele Optionen,
rumzusitzen müssen. Das war inakzeptabel.
Da mir nicht viel geblieben war, folgte nun eine Zeit ohne Technik oder elektrische Geräte;
nur ein schlichtes, altes LED-Handy war mein Begleiter.
Ich nahm meine akkustische Gitarre und entschied mich im Ausland mein Glück zu versuchen.
So gastierte ich als Musiker eine Saison im Ausland, bekam viel Lob und wenig Geld.
Aufnahmen in Form von Bildern oder Videos machten lediglich die jeweiligen Anwohner oder
Touristen. So kam ich mit viel Erfahrung, Bekanntheit und Anerkennung zurück, nur um hier
festzustellen:
Der große Bruch erweiterte sich und wurde letztlich zu einem großen Reset.
Wie heißt es so schön: "Der Prophet gilt nichts im eigenen Land."
Mich ereilte daraufhin der große Ruf und es gab wohl auch keinen besseren Zeitpunkt als
diesen und ich ging auf eine große Reise, eine Wallfahrt.
Ich nahm die wenigen Überbleibsel des großen Resets, kaufte einen Anhänger für's Fahrrad,
baute ein Gespann, packte das Notwendigste ein, schnallte meine Gitarre drauf und ging
erneut auf große Tour.
Es sollte eine ganz große Reise werden, ein fernes Ziel, wenn nicht gar über die ganze Welt.
Doch viele Erlebnisse, getroffene Personen, Schäden am Gespann, Anschläge auf mich und mein
Leben und letztlich wenig Geld zwangen mich, das Ziel etwas kleiner zu wählen. Und gerade
weil man mir wiedereinmal nach dem Leben trachtete und zusätzlich einige aus der Heimat mir
zu folgen schienen, bleibe ich hier was die Ziele und Orte angeht sehr vage. Und trotz
kleinerem Ziel war es eine große, lange und spannende Reise und ich erkannte, auf eine
bestimmte Art und Weise, war der Weg das Ziel.
Ich lebte an unterschiedlichen Orten, in unterschiedlichen Ländern, beobachtete, lernte,
besuchte historische Orte, Kirchen, lernte Menschen kennen und machte Musik.
Ich hatte zudem letztlich gehofft, diese Reise würde mich vielleicht in eine neue Heimat
führen, einen Ort, wo mein Herz hingehört oder wo mein Herz ein anderes Herz findet oder wo
Hoffnungen und Pläne ein neues Areal finden können zu existieren und zu wachsen, doch
darüber schreibe ich am besten woanders oder in meinen Memoiren.
Ich hatte während der Reise angefangen eine Partitur zu schreiben. Im Laufe der Jahre sind
einige Stücke und Songs entstanden und manches habe ich im Laufe der Zeit als Midi-Datei
festgehalten, falls sich später mal die Chance ergibt, sie mit besseren technischen Mitteln
aufzuarbeiten.
Die Partituren und auch das Midigepiepse sind wohl nicht so gut geeignet, um hier
präsentiert zu werden; auch manche alte Demo bräuchte mal eine Erfrischungskur, aber
vielleicht findet sich künftig noch ein Möglichkeit mit professionellem Equipment die Songs
und Stücke aufzuarbeiten.
Auch meine neusten Songs will ich unbedingt bald mal aufnehmen - Hilfen und Lösungen zur
Realisierung sind gerne Willkommen.
Ich bastele da noch.... 😀