Antreten
Erinnerungen: Bundeswehr
Einmarsch

Der Staatsbürger in Uniform - für die Männer, die ihrem Land einen Teil ihrer Lebenszeit und Kampfkraft zur Verfügung stellen, ein durchaus annehmbares, gelebtes und verinnerlichtes Gedankenmodell, welches die persönliche innere Haltung ausdrückt. Für viele, die außerhalb dieses Pflichtbewußtseins lebten oder gar gegen die Wehrpflicht waren, eine manchmal unvorstellbar zu verinnerlichende Sichtweise.
Dennoch ein Modell, dessen Realisierung und Gedanke immer wieder versucht wurde, in die Herzen der Menschen oder besser, in die Herzen der Bürger selbst zu bringen. So weiß jeder, der mit dieser Situation und Fragestellung schon mal kontrontiert war und sich für den Dienst entschieden hatte, man erntet Akzeptanz und Bewunderung von den einen, Ablehnung und Konfrontation von den anderen. Ein Meinungsspagat, auf den viele in ihrem Alter nicht bzw. noch nicht vorbereitet sind.

Aber es ist auch die Konfrontation im eigenen Geiste, die Fürs und Widers, die man erkennen, durchdenken und mit sich ausmachen muß. Hierbei wird mancher alleine gelassen und rückblickend wäre es sicher wünschenswert, daß man in der Schule, zumindest im Rahmen einer "Reifeprüfung", auf diese innere und äußere Konfrontation vorbereitet würde.

Einmarsch

Es wird wohl auf die Hoffnung gesetzt, daß die persönliche Reife und das Werden eines strukturierten Meinungsbildunges auch von selbst in diesem Alter funktioniert. Wenn das ausschließlich so wäre, bräuchte eine Schule für Kinder, Jugendliche und Heranwachsende keine Fokusse für Erziehung und für als notwendig erachtete Themen zu setzen, was sie aber jeweils altergerecht tut.

Einmarsch

Wie in einem Garten, wo Pflanzen zurechtgestutzt werden, um bestimmte Formen zu erhalten oder um unkontrollierten Wildwuchs zu vermeiden. Letztlich soll all das im Idealfall zu einer geistigen Mündigkeit führen, die befähigt, Entscheidungen zu treffen und seine Verantwortung gegenüber seinen jeweiligen Verantwortlichkeiten zu tragen.
Hier kommt der Wehrdienst ins Spiel und zählt zu den besonderen Verantwortlichkeiten in der Gesellschaft. Doch losgelöst von der Verantwortung des Individuums, hat er auch eine Bedeutung im Konzept der "wehrhaften Gesellschaft", und natürlich auch in den Garnisionsstädten.

Heute ein wenig in Vergessenheit geraten, war früher der Wehrdienst in den Garnisionsstädten ein nicht zu verachtender Wirtschaftsfaktor. Besonders kleinere Städte haben von diesem Status profitiert. Eine Kaserne im Ort erhöhte die Bevölkerung, um die sich die zivile Verwaltung nicht kümmern mußte, es gab immer etwas Jubel, Trubel, Heiterkeit im Ort und es gab eine nicht zu verachtenden Zuwachs an zahlungkräftigen Kunden.

Einmarsch

In der Demokratie wirkt der Soldat ihr selbst und dem Bürger als Wächter und so ist die Garnisionsstadt, als seine Heimstatt, Wirkstätte einer wehrhaften Gesellschaft. Der Bürger selbst ist in den letzten Jahren ja meist schon überhaupt nicht mehr mit Militär und Soldatentum im Alltag in Berührung gekommen und hat sich dadurch von seinem Wächter innerlich und manches Mal auch kultuerell entfernt.

Einmarsch

Bei dieser Frage geht es nicht um eine bedingungslose oder fraglose Glorifizierung, sondern mehr um ein gesellschaftliches Element, welches notwendigerweise mindestens in der Bevölkerung akzeptiert gehört, wenn nicht gar weitergehend als notwendige Bindung zur Verteidigung der gleichen Werte zu verstehen ist.
Denn die Notwendigkeit eines Wächters für das Bürgertum und seiner sich geschaffenen Werte, ist genauso gegeben, wie die Notwendigkeit einer schützenden Zivilgesellschaft, die ihren Wächtern eine Heimat bietet.

So bin ich meiner Verantwortung nachgekommen, habe meinen Dienst im Sinne des Vaterlandes aufgenommen und mich in den Dienst der Gesellschaft gestellt. Ich bin stark und bin kämpferisch vorgebildet gewesen, und so hat mein Land mir die Möglichkeit gegeben, ihm als Fallschirmjäger und somit als militärische Elite zu dienen.

Antreten

Doch ganz so hoch will ich meinen damaligen Einsatz und Dienst für meine damalige Gesellschaft gar nicht hängen. Ich sah mich in der Pflicht, genauso wie ich die Gesellschaft in der Pflicht sah und sehe, wenn die Umstände es erfordern. Doch manche Fragestellungen, die zur persönlichen Mündigkeit gehören und mich damals hatten reifen lassen, wurden jüngst der Jugend entzogen und sollen nun als Fragestellung und geistige und moralische Konfrontation wiederkehren.

Dienst

Man sagt, das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile, doch wenn die Einzelteile vor dem Zusammensetzen zu einem Ganzen, besser entwickelt werden, so setzt sich das Ganze nachher aus besser entwickelten Einzelteilen zusammen und so kann das spätere neue Ganze 2-fach gewinnen.
Und so hoffte und hoffe ich das Beste....